März 2009, Nr. 13, Ausgabe 1 - Perspektiven
Juliette Wood, Cardiff University und Direktorin der Folklore Society
Während der Forschungen zu meiner Dissertation am Folklore and Folklife Department der University of Pennsylvania in den 70er Jahren wurde mir bewusst, dass ich eine keltische Sprache lernen musste, um meine Doktorarbeit fertig zu stellen. Nach dem weiteren Studium an der University of Wales, Aberystwyth, und der Oxford University ließ ich mich in Oxford nieder, wo ich trotz des Glanzes und Ruhmes der Bodleian Library immer noch nicht die hoch spezialisierten Ressourcen vorfand, die ich brauchte, um die Folklore-Forschung fortzuführen.
Die The Folklore Society und deren Bibliothek mit einem Umfang von über 10.000 Büchern, die sich zu jener Zeit am University College London (UCL) befand, wurde für mich bald zu einem zweiten Zuhause. Die 1878 gegründete The Folklore Society war eine der ersten Einrichtungen, die sich der ernsten Untersuchung der Folklore widmete. Damals befanden sich die Bücher und die Ausgaben der Zeitschriften in offenen Bücherregalen und konnten von Mitgliedern der Gesellschaft, Studenten und Gastwissenschaftlern konsultiert werden.
Wie bei vielen viktorianischen akademischen Gesellschaften sind sowohl die Gesellschaft als auch ihre Mitglieder in London ansässig. Ihre Zeitschrift Folklore ihre Mitglieder und hält Sie über neue Theorien und Untersuchungen vor Ort auf dem Laufenden. Obwohl sich an der London-Präsenz nichts geändert hat, ist die Bibliothek von Büchern und Zeitschriften der Folklore Society, während sie weiterhin unter Fürsorge des UCL steht, nicht mehr so leicht verfügbar.
Da sich die komplette Ausgabe von Folklore in JSTOR befindet, ist es einer weitaus größeren Gemeinschaft möglich, Zugang zu dieser wertvollen Ressource zu enthalten. Heute jedoch lässt sich diese oftmals vernachlässigte Quelle des Kulturerbes einfacher durchsuchen, als das je zuvor der Fall war oder anderweitig gewesen wäre. Klassische Artikel können einfach durch Berühren auf den Bildschirm gerufen werden, und die Geschichte von Folklorestudien steht einem immer größer werdenden Publikum zur Verfügung.
Aus persönlicher Sicht muss ich sagen, dass es meine Studenten sind, die am meisten davon profitieren, dass Folklore in JSTOR zur Verfügung steht. Folklore spielt in vielen der Kurse, die ich gebe, eine Rolle, und mit JSTOR ist es einfach, Quellen zu finden. Ich kann meinen Studenten Artikel empfehlen, die früher schwer zu finden waren, während meine Studenten ein Thema in seiner Entwicklung von der Zeit an, als die Folklore zu einem Bereich ernster Studien wurde, untersuchen können. Ein zusätzliches Plus ist die Tatsache, dass Buchrezensionen und Kommentare zur Verfügung stehen. Die Studenten können jetzt nachvollziehen, wie zu jener Zeit Ideen aufgenommen wurden und wie veränderte Sichtweisen deren Interpretation beeinflusst haben.
Wie so viele Einrichtungen, die über Bibliotheken verfügen, ist auch die Folklore Society an einem Punkt angelangt, an dem schwierige Entscheidungen in Bezug auf den verfügbaren Platz getroffen werden müssen. Die Gesellschaft begrüßt zwar weiterhin gern die Wissenschaftler und Forscher, die gedruckte und Archivsammlungen konsultieren möchten, die noch nicht in elektronischer Form zur Verfügung stehen, aber unsere Bücher sind nicht mehr so leicht zugängig, wie das früher der Fall war. Daher ist es für uns umso wichtiger, dass JSTOR eine Schnittstelle zwischen der Arbeit der Folklore Society und der breiteren Gemeinschaft bereitstellt.
